Vom Fußbodenschrubben zum Bugatti

(Hans-Robert Richarz, Auto-Medienportal.Net) Manche Menschen sammeln Briefmarken, andere beschäftigen sich mit Bierdeckeln und einige sind stolz auf eine stattliche Anzahl von Autogrammen prominenter Zeitgenossen.

In der Oberliga der leidenschaftlichen Aufbewahrer spielen Liebhaber wertvoller Autos wie zum Beispiel der mehrmalige Weltfußballer Christiano Ronaldo (zurzeit Juventus Turin), der ein ganzes Arsenal exklusiver Vierrad-Juwelen aus Maranello oder Molsheim in seiner Garage beherbergt. Oder der US-amerikanische TV-Moderator und Komiker Jay Leno, der inzwischen 181 Autos – Old- ebenso wie Youngtimer und aktuelle Sportwagen – und 160 Motorräder sein Eigen nennt.

Nun war es bekanntlich schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Doch für Einkommensmillionäre wie Ronaldo (geschätztes Vermögen 420 Millionen Euro) oder Leno (umgerechnet 375 Millionen Euro) ist das Steckenpferd Autosammeln bestreitbar. Auch der amerikanische Unternehmer und Immobilieninvestor Manny Khoshbin aus dem Orange County in Kalifornien kann sich ein solch exklusives Hobby heute locker leisten, obwohl der gebürtige Iraner und heute 51-Jährige mit dem Aufbau seines Vermögens recht bescheiden startete: Im Alter von 16 Jahren putzte er noch beim US-Discounter Kmart Fußböden und schob Einkaufswagen zusammen. Später stürzte er sich ins Geschäft mit Immobilien, scheffelte Millionen und sammelte Sportwagen. Die stehen freilich nicht nur in seiner Garage herum, Khoshbin pflegt sie regelmäßig zu bewegen.

Heute besitzt er unter anderem fünf McLaren Mercedes SLR, einen nur einmal gebauten Koenigsegg Agera RS Phoenix sowie diverse Bugatti vom Typ Veyron und Chiron. Mit einem exklusiv für ihn maßgeschneiderten Chiron ergänzte er kürzlich seine PS-Monster-Sammlung.

Ich bin ein absoluter Bugatti-Fan – ich wollte meinen Sohn gern ‚Ettore‘ nennen, aber meine Frau war dagegen“, erklärt Manny Khoshbin.„Als ich den Chiron 2015 zum ersten Mal sah, habe ich mir direkt einen der ersten Produktionsslots reserviert. Was die Auslieferung angeht, bin ich wohl eher einer der letzten, aber das lag an mir.“ Denn es war Khoshbins Wunsch, völlig neue Wege bei der Individualisierung von Automobilen einzuschlagen. So entstand der einzigartige „Chiron habillé par Hermès“ (Chiron von Hermès eingekleidet), für dessen Gestaltung Bugatti die französische Luxusmarke Hermès mit ins Boot holte, den Hersteller exklusiver und teurer Luxus-Modeartikel.

Die Farbe des außergewöhnlichen Sammlerstücks erinnert an den kreidefarbenen Lederton „Craie“, der zum Beispiel die Handtaschen und andere Luxusartikel von Hermès berühmt machte. Während die meisten serienmäßigen Chiron aus zwei Hauptfarben bestehen, um einen besseren Kontrast zu erzielen, ist die komplette Karosserie des Hermès im gleichen Farbton lackiert. Der hintere Stoßfänger, sämtliche Gitterabdeckungen, Verkleidungsteile und die Leichtmetallräder wurden ebenfalls im Farbton des Exterieur-Finish gehalten. Khoshbin entschied sich überdies für das optionale „Sky View“-Glasdach mit zwei Glaseinsätzen über Fahrer- und Beifahrersitz.

Die im Interieur verarbeiteten Materialien stammen fast ausnahmslos von Hermès. Die Farbe der Karosserie wiederholt sich auch im Leder der Sitze, an der Mittelkonsole, am Dach und an der Rückwand sowie rund um die Türgriffe. Das speziell von Bugatti entwickelte und im Bereich des Armaturenbretts, Klimabedienteils und der Mittelkonsole verwendete Ecru-Leder ist ebenfalls auf den Craie-Ton abgestimmt.

Manny Khoshbin war von der Reservierung des Produktionsslots bis hin zur Auslieferung des Objekts seiner Begierde intensiv dabei. „Für dieses Auto bin ich zweimal zu Hermès nach Paris gereist, einmal um das Design und das Interieur zu besprechen und das zweite Mal, um den Fortschritt zu begutachten“, berichtet er. „Ich habe mir für das Design des Chiron viel Zeit genommen, ihn genau so zu gestalten war eine sehr bewusste Entscheidung. Dies ist ein Auto, das ich eines Tages meinem Sohn vererben werde.

Der ist gerade zehn Jahre alt geworden und soll schon jetzt die Begeisterung seines Vaters für Bugatti teilen. Demnächst bekommt er sogar seinen eigenen. „Bald wird der Bugatti Baby II für meinen Sohn geliefert“, erzählt Khoshbin weiter. „Er ist verrückt nach Bugatti: Jedes Mal, wenn er den Namen hört, wird er ganz aufgeregt! Den Chiron habillé par Hermès mag ich am liebsten, ich fahre ihn fast täglich. Es ist ein Wagen, der absolut fürs Fahren gemacht ist – ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wenn ich mich hinters Lenkrad setze.“

Über den Preis des wertvollen Sammlerstücks schweigen sich Bugatti ebenso wie Khoshbin aus. Serienmäßig ist ein Chiron für knapp drei Millionen Euro zu bekommen. Der Chiron habillé par Hermès dürfte das Doppelte kosten. Mindestens. (ampnet/hrr)

Foto: Auto-Medienportal.Net/Bugatti

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