Meine individuelle Wohnung – Vom Kissen bis zur Tischdecke, alles meine Entwürfe

Warum die Männer gerade das Nähen entdecken: Ein persönlicher Erfolgsbericht eines Mannes, der seine Wohnung höchstselbst “aufgehübscht” hat.

Vor der Pandemie war meine Wohnung ziemlich typisch für einen männlichen Single, der gerade die ersten Stufen der Karriereleiter erklimmt: Ein Arbeitsraum mit zweckmäßigem Computer-Arbeitsplatz und Trainingsgeräten, ein Wohn-Schlafzimmer mit großer Bettcouch, stylischem Mediamöbel und viel freiem Raum. Eine klare, praktische Einrichtung, die für mich völlig ok war, da ich als Journalist den häuslichen Arbeitsplatz seltener als das Notebook nutzte und Freunde sehr viel mehr in der City traf als in meiner Wohnung.

Als unsere Redaktion in der Pandemie auf Heimarbeit umstellte, lernte ich meinen Arbeitsplatz und den gesamten Rest der Wohnung erst so richtig genau kennen. Nach einiger Zeit musste ich mir selbst eingestehen, dass meine Einrichtung ziemlich ungemütlich war und der Daueraufenthalt in meiner Wohnung eine eher depressive Stimmung verursachte. Nicht gut in einer Pandemie, die die ganze Welt in eine Krise stürzt, also stand der Plan bald fest: Diese Wohnung muss wohnlicher werden, und sie braucht mehr Persönlichkeit!

Selbst näht der Mann!
Wie die Umgestaltung aussehen sollte und wie ich sie selbst bewerkstelligen konnte, war mir am Anfang natürlich nicht so ganz klar. Freunde hatten viele, teils teure und teil echt exotische Ideen, hilfreicher war ein langes Telefonat mit meiner Mutter: “Ach Micha, du weißt doch selbst, was eine Wohnung wohnlicher macht: Viel Stoff in allen möglichen wohnlichen Farben, Kissen mit Mustern, Decken und Tischdecken und dann noch ein wenig witzige Deko. Durch deinen Beruf kennst du alle Einrichtungsmagazine und die Social-Media-Kanäle, wo du kreative Ideen aufschnappen kannst.”

Mutter wollte dann natürlich auch gleich tätig werden und mir aus ihren Stoffvorräten schöne Kissen und Patchworkdecken nähen. Da ich bunt-verspieltes Patchwork echt gruselig finde, ließ ich mir ganz schnell etwas einfallen: “Nein, Mama, ich werde mir tatsächlich eine Nähmaschine kaufen, weil Nähen bei Männern laut unserer Redaktion sehr im Kommen ist.

Eine sehr gewagte Aussage, dachte ich da noch, aber weit gefehlt: Als ich begann, mich im Internet etwas über das Nähen zu informieren, fand ich nicht nur diese Anleitung für Kissenbezüge ohne Reißverschluss: www.katia.com/blog/de/kissenbezug-ohne-reissverschluss-naehen-tutorial, sondern auch diesen Artikel über einen Mann, der sich sogar seine Kleidung selbst näht: www.katia.com/blog/de/auch-maenner-naehen-toni-roviro.

Selbstwirksamkeit macht gute Laune
Danach habe ich gleich eine Nähmaschine bestellt; bis die geliefert wurde, war Zeit zum Planen der Farben und Muster. Die meiste Inspiration bot mir dieser Artikel; und auch in dieser Sammlung auf Pinterest fand ich etliche interessante Anregungen. In die grafischen Retromuster habe ich mich erst ein wenig verliebt, fand sie für Kissen- und Deckenbezüge aber dann doch ein wenig zu unruhig. Jetzt habe ich große Kissen mit Blockstreifenbezügen (nougat, obsidianblau, platingrau), eine Mondrian-Decke aus den Resten dieser Stoffe und eine Wendetischdecke mit Grafikmuster auf der einen und sinnlichem Purpurrot auf der anderen Seite. Die Gestaltung war simpel, die Wohnung wirkt schon viel gemütlicher; das Nähen war überhaupt kein Problem und die paar geraden Nähte werden sicher nicht die letzten sein.

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