Enten und Traktoren und viel automobiler Hochadel sind das Metier von Artcurial

(Hans-Robert Richarz, Autoren-Union Mobilität) Verglichen mit den alt-ehrwürdigen Auktionshäusern Sotheby’s oder Bonhams, die jeweils auf eine Historie von weit über 200 Jahren zurückblicken können, ist Artcurial ein Newcomer. Vor genau 20 Jahren in Paris gegründet, entwickelte sich das Unternehmen schnell zum führenden französischen Versteigerer. Heute genießt es internationale Anerkennung und konnte im vergangenen Jahr fast 169 Millionen Euro umsetzen.

Seine vor zwölf Jahren gegründete Sparte Artcurial Motorcars sorgte 2015 für Aufsehen, als sie einen Ferrari 250 GT SWB California Spider für 16,4 Millionen Euro versteigerte. Ein Jahr später erzielte sie während der Oldtimermesse Rétromobile in Paris für einen Ferrari 335 Sport Scaglietti gar den Rekordpreis von 32 Millionen Euro.

Auch diesmal tritt Artcurial Motorcars am 18., 19. und 20. März auf der Rétromobile an und will 272 Fahrzeuge, darunter rund 30 seltene Motorräder, unter die Leute bringen. Bei den vierrädrigen Kandidaten reicht die Palette vom Brot-und-Butter-Auto bis zum automobilen Hochadel. Sogar ein 1956er Traktor Porsche-Diesel Typ A111 Junior sowie ein 1959er Traktor Porsche-Diesel Typ 218/H Serie kommen zu einem Schätzpreis zwischen 15.000 und 25.000 Euro unter den Hammer.

Unter den vielen Highlights der Auktion stechen zwei Fahrzeuge besonders hervor: ein Werks-Porsche 907 von 1968 und ein Porsche 911 RSR 3.0L von 1974 aus der Sammlung des ehemaligen Classic-Car-Rennfahrers und internationalen Uhrenhändlers Ernst Schuster.

Der Porsche 907 von 1968 verfügt über eine ansehnliche Rennsportvergangenheit: Nach einem vierten Platz beim 1000 Kilometer Rennen auf dem Nürburgring im Jahr 1968, mischte der Wagen zwischen 1970 und 1972 dreimal beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans mit. Bis zur letzten Schraube vollständig restauriert soll er für einen Schätzpreis zwischen 4.000.000 Euro und 6.000.000 Euro eine neue Besitzerin oder einen neuen Besitzer finden.

Auch der 911 RSR 3.0 ist nicht von schlechten Eltern. Er absolvierte ebenfalls eine erfolgreiche Karriere bei den großen Langstreckenrennen wie zum Beispiel den 24 Stunden von Le Mans oder dem 1000-Kilometer Rennen auf dem Nürburgring. Am Steuer saßen einstige Koryphäen wie Jürgen Neuhaus, Rolf Stommelen, Jürgen Barth und John Fitzpatrick, um nur einige zu nennen. Der erhoffte Schätzpreis für den Rennwagen liegt zwischen 1.800.000 und 2.400.000 Euro.

Das Zeug zum Million-Seller dürfte auch der zwei Jahre alte McLaren Elva mit nur zehn Kilometer auf dem Tacho mitbringen. Der Supersportwagen wird von einem Vierliter-V8-Ottomotor mit Biturboaufladung angetrieben und leistet 599 kW (815 PS). Der Name kommt aus dem französischen „elle va“, was übersetzt „sie geht“ bedeutet. Und das macht das Fahrzeug in der Tat. Ohne Frontscheibe schafft es Geschwindigkeiten von über 320 km/h und gehört damit zu den schnellsten Autos seiner Klasse. Von ihm wurden lediglich 149 Exemplare gebaut.

Die komplette Auktionsliste ist im Internet unter https://www.artcurial.com/en/sale-4134-retromobile-2022-artcurial-motorcars zu finden. Darunter rangieren auch eine ganze Reihe Gebrauchtwagen mit prominenten Vorbesitzern. Dazu gehören:

Ein Rolls-Royce Silver Cloud, Baujahr 1958, den sich Brigitte Bardot 1966 zulegte und vier Jahre später an ihren Freund Jean Bouquin verkaufte, einen Modeschöpfer aus Saint Tropez. Der Schätzpreis liegt zwischen 100.000 und 200.000 Euro, wobei der höhere Betrag wohl einen Promibonus erhofft.

Ein Range Rover 3,5 L V8 Classic, Baujahr 1975, bei dessen Papieren als Erstbesitzer der französische Schauspieler Alain Delon vermerkt ist. Schätzpreis 80.000 bis 100.000 Euro.

Von dem 2017 verstorbenen französischen Sänger, Songwriter und Schauspieler Johnny Hallyday stammt ein 21 Jahre alter Audi A8 bei. Von diesem Auto erhofft sich Artcurial zwischen 25.000 und 55.000 Euro erzielen zu können.

Den gleichen Besitzer hatte auch eine Harley-Davidson Softail Heritage 1340 ” Laura Eyes ” aus dem Jahr 1990. Sie soll bei der Versteigerung einen Preis zwischen 50.000 und 250.000 Euro einbringen.

Wer weniger Geld ausgeben will, kann bei der Artcurial-Auktion ebenfalls fündig werden. So werden zwei Citroën 2CV6 Charleston in Paris unter den Hammer kommen. Die guten alten Enten haben allerdings auch ihren Preis. Für sie sind möglicherweise zwischen 20.000 und 35.000 Euro zu berappen.

Fotos: Autoren-Union Mobilität/Artcurial/Peter Singhof/Philipp Löhmann/Fondation Angeli

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