Drei Fünf-Sterne-Brunello

“Jahrgänge mit der Zwei am Ende bringen in der Toskana normalerweise nicht viel Glück” sagt Emilia Nardi (Foto) mit einem Lachen – “aber das gilt nicht für den 2012er. Das bestätigen unsere drei Brunello-Weine, das klassische Silvio Nardi-Etikett und die beiden Crus Manachiara und Vigneto Poggio Doria. Alle drei sind großartige Weine mit schöner Konzentration, jeder mit seinem ganz speziellen Charakter aber alle drei originalgetreue Interpreten dieses Jahrgangs”.

Die Geschichte jeder Lese beginnt – wie man weiß – immer schon im Winter davor. Derjenige des Jahrgangs 2012 war streng und schneereich wie schon lange nicht mehr in dieser Gegend und erlaubte die Speicherung beträchtlicher Wasserreserven, die sich dann im Laufe der Saison als kostbar erwiesen, da es schon im Frühling warm und trocken wurde. Die Vegetationsphase der Reben setzte  regulär während der zweiten Aprildekade ein und dann folgte ein langer, trockener und heißer Sommer. Licht, Hitze und geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht brachten die Rebstöcke im Monat August etwas aus dem Gleichgewicht und die Winzer begannen, Angst vor bösen Überraschungen zu entwickeln.

Rechtzeitig Anfang September setzten jedoch Niederschläge ein, die den Pflanzen eine Atempause verschafften und eine gleichmässige Reifung der Trauben ermöglichten. So gut, dass sie dem Brunello einen Fünf-Sterne-Jahrgang mit hohem Alterungspotenzial bescherten.

In der zweiten Septemberdekade begann die Lese auf Tenute Silvio Nardi etwa eine Woche früher als sonst. Dazu Emanuele Nardi, der Önologe des Familienbetriebs: “Es war generell eine relativ lange Lese aufgrund des uneinheitlichen Reifegrads der einzelnen Parzellen und der guten Wetterbedingungen, die es uns erlaubten, so lange wie nötig zu warten und die Lese am 11. Oktober mit den Trauben von einigen im Norden/Westen gelegenen Rebflächen zu beenden. Die Reife war exzellent auf allen Parzellen, die Menge eindeutig geringer. Hervorragend die Eigenschaften wie Farbe, Extraktwerte und vor allem der Phenolreichtum. Dank dieser Werte hatten wir die Möglichkeit, extraktionsbetonte Vinifikationen durchzuführen und konzentrierte Weine mit großem Alterungspotenzial zu erhalten.”

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