Der Porsche Cayenne Turbo GT – der Power-SUV für Gutbetuchte

(Frank Wald, Auto-Medienportal.Net) Die ersten Proberunden mit einem leicht getarnten Vorserienmodell hatten wir schon gedreht. Und den SUV-Rekord auf der Nordschleife des Nürburgrings hat es erst vor zwei Wochen geknackt.

Jetzt lässt Porsche endgültig die Hüllen fallen und verrät neben weiteren Details und Preisen auch seinen Namen: Cayenne Turbo GT heißt das neue Topmodell der Cayenne-Modellreihe, das in dieser Bauweise ganz sicher das letzte seiner Art sein wird.

Denn ein Vierliter-V8-Biturbomotor mit 640 PS (471 kW) dürfte in der elektrifizierten Zukunft kaum noch zu bekommen, geschweige denn, zu verkaufen sein. Doch das Vergnügen mit dem Power-SUV bleibt ohnehin nur einer sehr gut betuchten Klientel vorbehalten. Mindestens 196.078 Euro sollte nämlich schon mitbringen, wer den nur als viersitziges Coupé erhältlichen „Spitzensportler“, so Cayenne-Baureihenleiter Stefan Weckbach, sein Eigen nennen will. Dafür bietet er dann aber auch „den Anspruch, sowohl was Längsdynamik als auch Querdynamik angeht, das sportlichste Angebot“ im Segment zu sein.

Wie ernst das gemeint ist, zeigt nicht zuletzt die schnellste Runde auf, die je mit einem SUV auf der Nürburgring-Nordschleife gedreht wurde. In 7:38,9 Minuten, knapp vier Sekunden schneller als der bisherige Rekordhalter Audi RS Q8, absolvierte Porsche-Werksfahrer Lars Kern die legendäre 20,832 Kilometer lange Eifel-Rundstrecke. Die wenigsten Käufer werden das vermutlich toppen können, doch immerhin, in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen sollte bei dem gewaltigen Schub von 850 Newtonmeter Drehmoment und verkürzten Reaktionszeiten der Achtgang-Tiptronic S nicht unmöglich sein. Und für die Spitze von 300 km/h gibt es sicher auch irgendwo ein freies Stück Autobahn – unlimitiert, dreispurig, nach Feierabend.

Akustisch untermalt wird das Szenario in jedem Fall von einer Titan-Sportabgasanlage, dessen mittig angeordnete Endrohre die gesamte V8-Tonleiter, vom grollenden Brabbeln über fauchendem bis zum kehligen Scheppern, beherrschen. Noch mehr Sicherheit und Kontrolle vermitteln die neu abgestimmte Dreikammer-Luftfederung, die 15 Prozent steifer ausfällt und die Karosserie gegenüber dem GTS nochmal sieben Millimeter tiefer legt, und eine aktive Wankstabilisierung, die auf die außergewöhnliche Performance abgestimmt ist. Apropos, fürs sportliche Handling sorgen das Porsche Torque Vectoring Plus mit optimierter Quersperre, eine Hinterachslenkung sowie die speziell entwickelten Pirelli-Sportreifen P Zero Corsa in den Dimensionen 285/35 ZR 22 vorn und 315/30 ZR22 hinten. Für den umgekehrten Weg wird diesen von 440 Millimeter großen Keramikbremsscheiben vorn und 410 Millimeter hinten äußerst vehement Einhalt geboten.

Damit das alles auch schon im Stand zu sehen, oder zumindest zu erahnen ist, hat Porsche dem neuen Cayenne-Topmodell einen dezenten Carbon-Anzug geschneidert. So sind das konturierte Dach und der anschließende Spoiler mit den seitlich anliegenden Flaps, die Oberschalen der Außenspiegel sowie das Heckunterteil mit Diffusorblende aus dem Kohlefaserverbundstoff. Vorn ist bei genauem Hinsehen ein GT-spezifisches Bugteil mit ausgeprägter Spoilerlippe zu erkennen, hinten dagegen für alle sichtbar der adaptiv ausfahrende Heckspoiler, der um 50 Millimeter vergrößert bei Höchstgeschwindigkeit bis zu 40 Kilogramm mehr Anpressdruck erzeugen soll.

Auch innen finden sich, auch hier sehr dezent, serienmäßig spezifische GT-Abzeichen. Noch mehr Alcantara-Bezüge, Kontrastnähte, ein Sportlenkrad mit gelber 12-Markierung und rotem Sport Response Button für die Fahrprofilauswahl sowie „turbo GT“-Schriftzüge lassen keinen Zweifel, dass man in einem besonders sportlichen Cayenne sitzt. Und wer‘s nicht glaubt, sollte kurz aussteigen, um sich der 8-Wege-Sportsitze vorn und Fondsitzanlage mit perforierten Mittelbahnen in Alcantara und Kontrastakzenten zu versichern.

Selbst Porsches Infotainment-System PCM (Porsche Communication Managemnet) hat ein 6.0-Update mit neuer Bedienlogik und frei konfigurierbaren Bildschirmen bekommen. Neben einer drahtlosen Tiefenintegration von Apple-Smartphones inklusive Apple Music und Apple Podcast hat Porsche es auch endlich geschafft, Android Auto ins Bordsystem einzubinden, wenn auch hier nur per Kabel. Dazu gibt es eine neue Sprachsteuerung, die prädiktive, also vorausschauende Vorschläge zu Medien und Navigation macht.

Der Konfigurator ist ab sofort geöffnet. Zum Händler rollt der neue Cayenne Turbo GT in den EU-Märkten Mitte September. In den USA startet die Händlerpremiere Ende des Jahres, in China erst Anfang 2022. Noch ein wenig Zeit, um das Bankkonto zu checken.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

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