Viel Luft nach oben

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Yoga ist keine Frauen-Domäne mehr. Der Anteil der Männer steigt stetig, die mit großer Leistungsbereitschaft Gefallen an Asanas, aber auch an mentalen Übungen finden.

Der Blick in einen beliebigen Yoga-Kurs spricht Bände: Die Männerquote dort liegt bei circa 20 Prozent. Der Grund ist ein Klischee, das immer noch viele im Kopf haben: Yoga sei eher etwas für Frauen. Kommt ein Mann näher mit dem Thema in Kontakt, ändern sich seine Ansichten aber schnell. Denn wenn er Yoga ausprobiert, merkt er meist, dass die Praxis wesentlich anstrengender und anspruchsvoller ist als erwartet. Damit ein Mann Lust aufs Weitermachen bekommt, muss er zunächst die Person akzeptieren, der vor der Gruppe steht. Eine weitere Hürde ist die mangelnde Körper-Flexibilität, bei der Frauen fast immer im Vorteil sind. Trostpflaster für Männer ist die Erkenntnis, dass sie im Gegenzug mehr Kraft haben und z.B. bei Seitenstützen leichter durchhalten.
Bleiben sie nach dem Reinschnuppern bei der Stange, definieren sie sich häufig über Leistung und besuchen mehrmals pro Woche Kurse, bei denen die Devise gilt: je abgefahrener und fordernder, desto besser. Außerdem mögen sie Erklärungen, weil Männer gerne verstehen wollen, was sie tun.

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Vinyasa Power-Yoga kommt daher besonders gut an, bevor sie sich auch auf Hatha Yoga einlassen, das Körper- und Atemübungen mit Meditation verbindet; nach dem körperlichen Aspekt steht der mentale für viele Männer erst im zweiten Schritt an. Im Gegensatz zu Frauen, die gerne zu zweit kommen, tun Männer das oft alleine und lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: zum einen reflektierte, spirituell interessierte Typen, die auf neue Erfahrungen und eine Erweiterung ihres Horizonts aus sind; zum anderen Lifestyle-Orientierte, die gesteigerten Wert auf eine coole Atmosphäre und gute Musik legen.

Den direkten Weg in ein Yoga-Studio wählen übrigens wenige Männer. Oft läuft ihr Einstieg über Fitness-Studios, die mittlerweile fast überall Yoga-Kurse im Programm haben. Je häufiger und intensiver sie Yoga praktizieren, umso wichtiger sind ihnen dann gute Lehrer, deren persönlicher Ansatz letztendlich ein Alleinstellungsmerkmal ist.
Insgesamt gibt es immer noch weniger männliche als weibliche Lehrer.
Auffallend ist allerdings, dass sie mit besonders großem Ernst bei der Sache sind und oft eigene Studios eröffnen. Wie auch bei den Kursteilnehmern gibt es insgesamt noch viel Luft nach oben. Verglichen mit den USA, wo Yoga bei beiden Geschlechtern weit verbreitet und das Level in Sachen Technik entsprechend hoch ist, hinkt Deutschland noch hinterher. Weil sich viele Entwicklungen bei uns mit Zeitverzögerung durchsetzen, wird Yoga hierzulande aber vermutlich irgendwann so en vogue sein wie in den Staaten.

Weitere Informationen: www.earthyoga.de