Passende Playlists

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In Indien wird Yoga in der Stille praktiziert. Hierzulande kommt oftmals Musik zum Einsatz. Stil und Stimmung variieren je nach Lehrer und Unterrichtsinhalt.

DJs mag es schmeicheln, wenn jemand zu ihnen kommt und fragt, welches Stück sie gerade gespielt haben. Nach einer Yoga-Stunde scheint das weniger passend. Dass hier Musik läuft, hat sich circa in den letzten zehn Jahren flächendeckend etabliert. Sie sollte allerdings nicht im Vordergrund stehen, sondern wie ein Klangteppich den Unterricht begleiten und für die passende Stimmung sorgen.

Musik evoziert leicht Emotionen und wirkt insofern einerseits aktivierend und unterstützt kraftvolle Phasen, andererseits beruhigend – wobei die Teilnehmer oft die meiste Unterstützung benötigen. Dabei muss es keine spezielle, spirituelle Yoga-Musik sein. Von chilligem Ambient-Sound bis zu Electro Music mit mehr Rhythmus und Beats findet sich – jeweils abgestimmt auf Inhalt und Ablauf einer Stunde – alles auf den individuell zusammengestellten Playlists von Yogalehrern, deren Geschmäcker so unterschiedlich sind wie ihr Unterrichtsstil. Sogar Klassik könnte zum Einsatz kommen.

Wenn die Musik zu dynamisch und stark modulierend ist, wirkt sie allerdings ablenkend – ebenso wie verstehbare Texte, bei denen man versucht ist, genauer hinzuhören, statt sich auf seinen Körper und die Übungen zu konzentrieren, den Fokus vom Außen auf das Innen zu verlagern.

Interessanterweise wird am Ursprungsort des Yoga in Indien traditionell keine Musik verwendet. Einziger Begleiter ist dort bei allen Asanas die Stille. Weil wir permanente Reize gewohnt sind, finden viele Menschen die hierzulande aber eher irritierend und können beim Praktizieren leichter abschalten, wenn im Hintergrund Musik läuft.

Besonderheit in Sachen Sound ist eine natürliche Klangkulisse wie Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher, wenn die Yogamatte zur Abwechslung unter freiem Himmel liegt. Manche Studios bieten auch hin und wieder Stunden mit Live-Musik an – eine schöne Variante, weil man die Vibrationen der Instrumente – egal ob Hang, Harmonium oder Gitarre – im Raum spürt, sie sich auf jeden einzelnen darin übertragen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Musiker ein gutes Feingefühl für Stunde sowie Teilnehmer haben.

Zum gemeinsamen Erlebnis wird Musik beim Chanten (singen von Mantren).
Gemeinsames Singen wirkt auf eine sehr intensive Art und Weise. Ein Gefühl von Gemeinschaft, Geborgenheit, und tiefem inneren Frieden kann so selbst bei eher zurückhaltenden Menschen sehr leicht entstehen.

Neueinsteiger haben davor oft eine gewisse Scheu. Ist das erste Eis jedoch gebrochen, finden sie das Chanten oft sehr schön und beteiligen sich inbrünstig – egal ob am Anfang oder Ende einer Stunde.

Weitere Informationen und Anfragen an:
Timo Wahl
Melemstrasse 10
60322 Frankfurt am Main
info@earthyoga.de